Woher das Wissen kommt, das in meinen Prozessen steckt

14. September 2026

In der letzten Notiz hab ich angekündigt, dass ich die KI grundsätzlich nicht nach Wissen frage. Heute möchte ich ein bisschen näher darauf eingehen, was ich damit meine.

Wenn ich mit Menschen über KI rede, höre ich zumeist Beschwerden darüber, dass sie eine Wärmepumpe erfunden hat, die es gar nicht gibt, eine Kostenschätzung komplett daneben war oder die Antwort auf die Frage, ob etwas vorschriftsgemäß ist, einfach falsch war.

Verständlich, dass man der KI danach wenig vertraut. Für mich ist das ein bisschen so, als würde ich Wikipedia zitieren — vielleicht in seinen Anfangsjahren, heute ist es ja recht zuverlässig.

Wenn ein Hersteller ein Datenblatt veröffentlicht, steht sein Name darauf. Wenn ein Ingenieurbüro einen Fachartikel schreibt oder eine Forschungseinrichtung eine Untersuchung veröffentlicht, stehen die Betreffenden mit ihrer Glaubwürdigkeit für die Richtigkeit der Informationen ein.

Bei einer Antwort aus dem Vorwissen der KI fehlt mir diese Zuordnung. Natürlich kann auch ein KI-Anbieter mein Vertrauen verlieren. Aber die Menge an Themen, zu denen sein Modell etwas sagen kann, ist so groß, dass mir das wenig darüber sagt, ob gerade diese eine technische Auskunft stimmt.

Deshalb kommt das Wissen in meinen Prozessen aus eigenen Unterlagen oder aus gezielter Recherche. Hier gibt es mächtige und zuverlässige Lösungen, um die richtigen Unterlagen für meine Probleme aus dem Web zu destillieren — viel schneller und besser, als wenn ich mich selber an den Browser setzen würde.

Suche ich eine passende Wärmepumpe, ergänzt die Recherche den Kontext um eine recherchierte Marktübersicht mit Herstellerdaten. Brauche ich eine Kostenschätzung, kommen recherchierte Kostenkennwerte dazu. Für die Frage, ob etwas vorschriftsgemäß ist, kommen die für das Projekt relevanten Vorschriften dazu, soweit sie verfügbar sind.

Auch hier wieder wichtig: Die KI findet die entsprechenden Quellen — verarbeitet werden sie wieder als volles Dokument. Das ist kostenmäßig deutlich teurer, als es „agentisch“ zu lösen, aber es ist zuverlässig.

Die KI verwende ich dann, um Zusammenhänge zu verstehen und Schlüsse zu ziehen — und darin ist sie meiner Erfahrung nach schon seit langem extrem zuverlässig.

Mit dieser Arbeitsweise weiß ich am Ende eines Prozesses für jede Schlussfolgerung, woher sie kommt, und ich kann alles anhand echter Quellen prüfen. Um meistens einfach nur festzustellen, dass es „nix zu meckern“ gibt.

Vielleicht noch ein Insider zum Thema Kontext: Die letzten Jahre war ja immer RAG in aller Munde — genau das mache ich bewusst nicht. Ich kondensiere mir meine Informationen nicht aus Wortfetzen zusammen, sondern ich finde die relevanten Dokumente und fasse sie als Ganzes zusammen.

In der nächsten Notiz erkläre ich euch, was meine Erklärungen aus den letzten Notizen mit WerkING Check zu tun haben — dem zweiten Blick auf eure Projektunterlagen.

Zuerst erschienen auf LinkedIn — dort freue ich mich über Kommentare.

Was ein definierter Prozess statt eines Chat-Fensters ausmacht, lässt sich ausprobieren: Der kostenlose Qualitäts-Check prüft einen bestehenden technischen Bericht — ohne Registrierung.

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