Wie so ein Prozess aussieht: die Grundlagenermittlung

4. September 2026

Beim letzten Mal habe ich erklärt, dass ich einen Prozess brauche. Bleiben wir beim Energiebericht.

Was ist der erste Schritt, den ich selber machen würde? Eine Grundlagenermittlung.

Es gibt einen Satz Unterlagen als Basis. Der ist zu groß für den Schreibtisch eines Arbeiters. Der Schreibtisch ist sein Kontext, und der hat eine Größe. Also mache ich Folgendes.

Arbeiter 1 bekommt alle Unterlagen und wählt aus, welche für den Energiebericht relevant sind und welche nicht. Das ist seine ganze Aufgabe. Auswählen, sonst nichts.

Dann prüfe ich, ob die ausgewählten Unterlagen auf den Schreibtisch des nächsten Arbeiters passen. Tun sie nicht.

Also gibt es die nächste Aufgabe. Die Unterlagen gehen der Größe nach, vom größten Dokument an, zu einem weiteren Arbeiter, der nichts anderes tut als zusammenfassen. So lange, bis alles zusammen auf einen Schreibtisch passt. Manches bleibt im Original, manches wird zur Zusammenfassung.

Dann gehen die Unterlagen zum nächsten Arbeiter. Der schreibt den Entwurf der Grundlagenermittlung.

Seine Aufgabe ist aber nicht nur der Text. Er muss für jeden Abschnitt darlegen, welche Quellen er verwendet hat, und er muss Fakten, Behauptungen und Widersprüche kennzeichnen. Steht ein Wert in einem Datenblatt, ist es ein Fakt. Quantifiziert ein vorangegangener Audit eine Einsparung, ist es eine Behauptung.

Und dann kommt er zu mir. Mit seinen offenen Fragen, den Behauptungen und einer Empfehlung zu jeder davon. Ich folge seinen Empfehlungen oder ich revidiere sie.

Mit meinen Entscheidungen erstellt ein weiterer Arbeiter die finale Grundlagenermittlung.

Klingt banal? Wo ist jetzt der Prozess? Ist das nicht dasselbe, was ein Chatbot für mich machen würde?

Nein. Aus der Sicht des Nutzers tausche ich eine interaktive Konversation gegen einen Knopfdruck — einzige Interaktion bleibt die Beantwortung der Fragen.

In qualitativer Hinsicht ist das durch den Prozess entstandene Ergebnis weitaus besser. Das hängt natürlich von der Komplexität ab — je komplexer, desto größer der Unterschied. Warum, erkläre ich in der nächsten Notiz.

Zuerst erschienen auf LinkedIn — dort freue ich mich über Kommentare.

Was ein definierter Prozess statt eines Chat-Fensters ausmacht, lässt sich ausprobieren: Der kostenlose Qualitäts-Check prüft einen bestehenden technischen Bericht — ohne Registrierung.

Zum kostenlosen Check

← Zum Blog